Kunden und ihre eigenen Geschichten

Hin und wieder überraschen uns Kunden mit ungewöhnlich ausführlichen Rückmeldungen, begeisterten Schilderungen Ihrer Erlebnisse, "geschliffenen" Artikeln oder sogar bebilderten Dokumentationen. Eine Auswahl möchten wir Ihnen hier präsentieren.

Wir bedanken uns herzlich bei den Verfassern für die enthaltenen Komplimente und die Erlaubnis zur Veröffentlichung. Viel Vergnügen beim Lesen!

  1. Tonbandmaschine Revox A77 - Dampfmaschine für die Ohren?
  2. Ein Lob: Riemen für Braun CD2
  3. Sony Revision TA-E86 / TA-N86
  4. Besuch aus Grönland - "Schmuck für Männer"




02.04.2018

Tonbandmaschine Revox A77 - Dampfmaschine für die Ohren?

Liebes HiFi-Zeile Team,

endlich komme ich dazu, meine begeisterte Danksagung über meine revidierte Revox A77 angemessen zu Papier zu bringen. Vorab, das Gerät fühlt sich an wie neu, Kompliment.

Das Gerät wurde übergeben mit einer Dokumentation der Arbeiten und einem gewichtigen Beutel der ausgetauschten Teile, Elektronikbauteile und Kugellager. Das alles macht einen vertrauenswürdigen und guten Eindruck.

Ich muss zugeben, meine Motivation diese legendäre Bandmaschine revidieren zu lassen entsprang anfänglich eher einer allgemeinen Unlust ein gutes Gerät einfach zu entsorgen.

Dann kam eine Spur "Trotz" gegen den allgemeinen Digitalisierungswahn dazu. Auch die Lust an einer bewährten und inzwischen fast historischen Maschine zu hantieren spielte eine Rolle - vielleicht ähnlich dem Interesse an einer Dampfmaschine, an der sich wirklich etwas bewegt, wo es zischt und man das Sicherheitsventil bedienen kann ... ;-)

Aber - nach den ersten Stunden Betrieb und Hören bin ich nun rundherum hemmungslos begeistert, und das aus mehreren Gründen:

Hören:
Der Klang ist schlicht fantastisch. Im Betrieb mit der Bandgeschwindigkeit 19 cm/sec (2-Spur) konnte ich selbst mit Mühe und Hin- und Herschalten von Quelle zu Hinterbandkontrolle keinerlei Verschlechterung gegenüber der Quelle erkennen. Im Gegenteil - bei einer CD als digitale Quelle ergab sich - logisch oder nicht - tatsächlich das Gefühl einer Verbesserung! Es scheint bei dieser Art von "Analogisierung" mehr "Fleisch" am Sound zu entstehen, mehr Druck und ein abgerundeteres Gesamtbild. Kurios. Die Techniker erklären mir, dass u.a. die Kanaltrennung nicht so scharf wäre wie bei der digitalen Quelle. Vielleicht führen auch einfach "Sehen" und "Fühlen" zum veränderten Eindruck? Nun ja, man sagt ja auch die Gesamtheit sei immer mehr als die Summe seiner Teile.

Sehen:
Es ist ein köstliches Vergnügen, den drehenden mächtigen Metallspulen beim Abspielen der Lieblingsmusik zuzusehen. Es entfaltet sich eine konzentrierte und fast meditative Atmosphäre die das Musikerlebnis intensiviert. In der Dämmerung kommt wirkungsvoll das warme Licht der Betriebsleuchten - ein Hoch auf klassische Glühlämpchen - dazu. Einfach schön.

Fühlen:
Vielleicht war das Hantieren mit den großen Spulen, das manchmal fummelige Einlegen und Einfädeln des Tonbandes früher lästig? Nach dem dritten Glas Rotwein vieleicht sogar nervig? Ich weiß es nicht. Heute ist es auf jeden Fall ein echtes Ritual zum Abschalten vom Alltag und als Vorbereitung auf den kommenden Musikgenuss sehr willkommen. Und dann die Bedienelemente. Solide Knebel- und Drehschalter sowie satt und kraftvoll klackende Relaisschalter erinnern an den Wert der haptischen Wahrnehmung. Man erkennt schlagartig dass der Mensch wohl doch eher ein analoges Wesen ist ...

Nebenbei, Kinder sind fasziniert von der Show und der Magie, die sich im Betrieb so einer Bandmaschine entfaltet.

Kosten:
Lohnt es sich darüber zu reden? Die beschriebene A77 hat 1978 laut Originalquittung 1.448,- D-Mark gekostet. Sie macht nach der Revision nun den Eindruck als wäre sie fit für die nächsten 40 Jahre zuverlässigen Betriebes. ;-) Wie soll man das bewerten, wo digitale Gadgets heute i.d.R. nach spätestens 5 Jahren irreparabler elektronischer Sondermüll sind?

Die ganze Aktion sei jedenfalls zur Nachahmung empfohlen.

Herzlichen Dank an die HiFi-Zeile, weiter viel Erfolg bei der Rettung audiophiler Leckerbissen und

freundliche Grüße aus Bremen, H.Z.


Abb. 1: Revox A77 - das Original.
Auch wenn die B77 beliebter war.
Abb. 2: Wiegt mehr und sieht besser aus als ein MP3-Player :-)
Abb. 3: Stimmungsvolle Festbeleuchtung ganz ohne LEDs
Abb. 4: Alte "Innereien" gibt es im Beutel dazu - überzeugend.
Abb. 5: Früher ganz normal - Schaltplan bei der Betriebsanleitung für Reparaturen






15.09.2017

Ein Lob: Riemen für Braun CD2

Hallo Herr Wittig, hallo Hifi-ZEILE Team,

vor einigen Tagen habe ich bei Ihnen über ebay einen Satz Riemen für meinen Braun CD2 bestellt. Alles lief bestens. Aber ein Extra-Lob muss ich noch loswerden.

Die mitgelieferte Reparaturanleitung war so präzise beschrieben, dass nichts schief gehen konnte. Wie angekündigt waren 2 der Schrauben etwas fester angezogen, ließen sich aber mit Geduld und etwas Feingefühl doch lösen. Deckel auf und staunen über das aufgeräumte Innenleben. Alles von Ihnen beschriebene war an seinem Platz.

Ich habe die ganze Angelegenheit fotografiert, um sicher zu gehen, dass ich den Weg zurück auch wirklich finde. Kein Problem. Der alte Riemen ließ sich mit meiner angewinkelten Pinzette vom Zahnarzt problemlos wechseln. Er war deutlich(!) ausgeleiert und etwas ausgehärtet.

Die Schublade läuft nun wieder wie von alleine. Feiner Klang. Geht sicher nach einer Revision bei einem HiFi-Experten meines Vertrauens noch ein bisschen besser ;-)

Ich habe Ihnen ein paar der Fotos mitgeschickt. Wenn Sie möchten, gerne zur weiteren Verwendung. Man beachte den Größenunterschied alt/neu auf Abb.3 - das hatte mich doch erstaunt.

Vielen Dank, und vielleicht hören und/oder sehen wir uns nochmal wieder.

Schöne Grüße,
H.M.



Abb. 1: Braun CD2
mit aufgeräumtem Innenleben
Abb. 2: Slidermotor und Riemen
Abb. 3: Detaillierte Anleitung und
die Riemen alt/neu im Vergleich





15.05.2014


Sony Revision TA-E86 / TA-N86

Hallo Herr Wittig,

ich habe Sie nicht vergessen, hier also eine kleine Story über meine SONYs und über Ihre Arbeit. Ich schreibe etwas ausführlicher, falls Sie die Geschichte auf der Webseite veröffentlichen wollen. Natürlich können Sie sie auch sinnvoll kürzen oder ergänzen. Sie haben dafür mein ausdrückliches Einverständnis.

Die Geschichte begann im Jahr 1995 ...


(Herr F.F. schickte uns diesen Bericht über seine Erlebnisse mit der Sony Vorverstärker/Verstärker Kombination. Es ist eine so spannende, liebevolle und detailreiche Schilderung, dass wir sie Ihnen gerne in voller Länge empfehlen möchten. Sie lesen oder drucken Sie am bequemsten als PDF - viel Vergnügen!)

  Sony-Kombi TA-E86 / TA-N86.pdf







28.06.2013

Besuch aus Grönland - "Schmuck für Männer"

Besuch aus Grönland...
HiFi einmal anders - anstatt der Frage "Wie klingt es denn" treffen wir mit Herrn Wittig einen leidenschaftlichen HiFi-Experten, der sich fragt "Kann ich es gut reparieren?". Mein Freund und ich, mit dem ich an einem Freitag Mittag Ende Juni 2013 in der HiFi-Zeile vorbeischaue, kommen gemeinsam auf 54 Jahre HiFi Diskussion. Es war die Zeit der dritten Generation von CD-Playern mit steigender Oversampling Zahl und dem Dolby C Knopf am Cassettenrecorder, zu der wir unsere Leidenschaft an aus Fernost geformten Maschinen entwickelten. Da war die Möglichkeit, nun ein Wiedersehen mit Geräten aus dieser Zeit haben zu können, verlockend.

Und der Eintritt in die Räumlichkeiten der HiFi-Zeile offenbarte denn auch einige alte Bekannte, aber auch eine ganze Menge noch unentdeckter Schätzchen aus der Hochzeit der HiFi Tage. Die große Anzahl an Revox Maschinen rief Erinnerungen an die Kommandozentrale aus StarTrek wach, die letzte Generation von Braun Geräten ließ die Inspiration für schlichtes Design an heutigen i-Produkten aus Kalifornien nachvollziehbar werden. Ein Technics Tonbandgerät (RS-1500) mit aufwändiger Bandführung entzückte ebenso wie ein Thorens (TD-226) mit zwei Armen. Ein wenig feierlich wurde es beim Anblick des ersten Accuphase (E-202) Verstärkers; zugleich lieferte er den Beweis, dass man auch in diesem Traditionshause silbern angefangen hat.

... und ein Objekt der Begierde
Mein ganz persönliches Anliegen jedoch war die Begegnung mit ein paar Luxman Verstärkern (L-560), bin ich doch seit zwei Jahren stolzer Besitzer eines Lux. Class A Vollverstärkers der scheinbar aus Ruinen wiederauferstandenen Firma. Und Herr Wittig kann gleich mit einer Reihe von Schwergewichten aus dem Hause Luxman aufwarten, darunter der L-560. Der champagnerfarbene Eingangswahlschalter ragt auf schon unverschämte Art weit aus dem silberfarbenen Gehäuse hervor, das Ganze eingerahmt in wunderbare Holzwangen. Es dauerte nicht lange, bis sich der Gedanke an einen tip top überholten Verstärker aus den frühen 80er Jahren zusammen mit einer Tonbandmaschine breitmacht.

Luxman, Accuphase, Braun, Marantz, harman/kardon, Revox und viele andere - am Ende unseres Besuches posaune ich zu meiner eigenen Überraschung heraus "Wenn ich mich jetzt für ein Gerät entscheiden müsste, ich würde die C32 von McIntosh mitnehmen!". Herr Wittig antwortet darauf mit einem Schmunzeln und schüttelt den Kopf. Dieses "Schmuckstück für Männer" ist nämlich bereits vergeben - und zwar an den Besitzer dieses wunderbar anderen HiFi Hauses höchstpersönlich!

Wir verlassen Worpswede mit einer Menge Gesprächsstoff und der Erkenntnis, dass es Orte wie dieser bedarf, um auch unsere nächsten 54 gemeinsam zu zählenden HiFi Jahre spannend zu gestalten.

Nils Baum (Grönland)





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